Herzlich willkommen auf meinem Mama Blog aus München!

Was schreibt sie da? Wir Mütter sollten den Wiedereinstieg nach der Elternzeit für eine Gehaltserhöhung nutzen? Spinnt die? Sollten wir nicht lieber froh sein, wenn wir nach der Geburt unserer Kinder überhaupt wieder einen adäquaten, neuen Job finden? Ja, und sollten wir nicht vor unseren Chefinnen und Chefs auf die Knie fallen, um nicht hochkant nach Ablauf des Kündigungsschutzes gefeuert zu werden? Nö. Kommt gar nicht in Frage. Statt uns selbst kleinzureden und uns wie Mitarbeiter*innen zweiter Klasse zu fühlen, müssen jetzt vor allem die Erstlingsmamas, wie ich eine war, clever pokern. Denn sonst droht uns statistisch betrachtet totale finanzielle Abhängigkeit und Altersarmut. Und was für die meisten von uns vielleicht kurzfristig sogar noch schlimmer ist: eine sehr schlecht bezahlte zweite Elternzeit.

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Das sind für mich klare Argumente, warum wir Frauen uns trotz Mutterschaft erst recht beruflich und finanziell weiterentwickeln sollten. Total unrealistisch? Utopie? Wunschdenken? Gar nicht, denn ich bin der beste Beweis dafür, dass man nach der Elternzeit nicht schlechter verdienen muss, sondern es (vor allem bei uns Frauen) immer noch Luft nach oben gibt. Die meisten von uns verdienen schon vor den Kindern viel zu wenig (-21% durch den Gender Pay Gap). Das müssen wir nutzen und es beim „zweiten“ Karriereanlauf nach der Babypause besser machen. Dafür sollten wir kämpfen und wenn wir Mütter etwas können, dann ja wohl das.

Mir reichte mein Vollzeitgehalt schon nicht, bevor die Kinder kamen. Die erste Elternzeit hat mich dann knapp 10.000 Euro meines Ersparten gekostet (die Hälfte davon kam von meiner Mutter). Ich würde mal sagen, wir waren finanziell am Arsch. Denn auch mein Mann verdiente, naja, bescheiden. Oder sollte ich sagen „normal“? Wir bewegten uns gehaltstechnisch auf einem ähnlichen Level. Also bekam ich Panik und konnte mich entscheiden: entweder wieder Vollzeit arbeiten gehen oder mein letztes Vollzeitgehalt für Teilzeitarbeit raushandeln. Ich ging deshalb mit einer sehr klaren Gehaltsvorstellung ins Bewerbungsgespräch und sagte meinem zukünftigen Boss ziemlich klar, was ich verdienen wollte. Und zwar ohne Verhandlungsspielraum. Ich lächelte nicht, während ich meinen Gehaltswunsch äußerte. Ich glaube, ich habe nichtmal geblinzelt. Es gab keine Diskussion und ich hatte den Job – zu meinen Bedingungen. Ich verdiente somit in meinem Teilzeitjob nicht nur dasselbe wie vorher in Vollzeit, sondern sprang auf der Karriereleiter auch noch von der Stufe „Teamassistentin“ auf „Head of Content“. Das war in doppelter Hinsicht ein Sprung nach oben, der mich beruflich und finanziell gerettet hat, obwohl ich gerade mit Mitte Zwanzig und völlig pleite mein erstes Kind bekommen hatte.

Möglichkeiten einer Gehaltserhöhung nach der Elternzeit:

– Bei Jobwechsel für Teilzeit dasselbe Gehalt fordern wie vorher für Vollzeit
– Familienfördernde Benefits raushandeln wie z.B. einen Betreuungszuschuss

Fällt euch noch was ein? Dann schreibt es in die Kommentare!

… lasst euch am besten auch gleich noch befördern – auch, wenn ihr in Teilzeit oder erweiterter Teilzeit, im Home-Office und/oder komplett flexibel arbeiten möchtet. Nur wer wagt, gewinnt – Ihr schafft das!

Eure Jana Nibe