Abstillen Teil 2: Die 2. Nacht ohne Busi!

Das Wichtigste zuerst: Mein Mann braucht keinen Zahnersatz. Nach 10 Jahren ohne Besuch beim Doc sind seine Zähne immer noch fine.

Ich hingegen fühle mich gar nicht so fine. Der gestrige Abend war mal wieder laaang, laaang, länger! Das kennen wir ja schon. Aber jetzt eben mit Schmerzen in der Brust. Ich persönlich habe nicht den Eindruck, dass die Globuli helfen. Was aber wirklich geholfen hat, war das Abpumpen. Auf zweimal habe ich insgesamt 150ml abgepumpt, sodass die Brustschmerzen erträglich wurden. Mein Mann hat mich da ganz arg unterstützt und mir Salbeitee gekocht und mir die Kleine abgenommen.

Das Abstillen fällt mir körperlich und emotional überhaupt nicht leicht und ich hatte abends ständig den Drang, mein Baby, das gar kein Baby mehr ist, anzulegen. Ich hatte dauernd Tränen in den Augen. Geheult habe ich aber schon eine Ewigkeit nicht mehr. Mel und ich waren uns letztens schon darüber einig, dass Mutter sein viel zu anstrengend ist, um noch sentimental zu werden. Das ist „beyond“. Manchmal echt jenseits von Gut und Böse und weil man nur noch funktioniert wie ein Roboter, ist im Metallgehäuse auch kein Platz für Tränenflüssigkeit.

Es kam außerdem zur ersten kleinen Mini-Eskalation zwischen meinem Mann und meiner Mama. Nach eineinhalb Jahren! Ihrer Meinung nach sind Männer einfach überflüssig und taugen nichts. Auch und vor allem nicht zur Kindererziehung.

Nach 22 Uhr musste ich unbedingt das zweite Mal abpumpen, weil meine Euter sonst geplatzt wären wie eine Wasserbombe. Seit Abstillen wieder ein Thema ist, singen wir jetzt abends immer das „Kein Busi“-Lied und klatschen wie zu Aramsamsam mit den Handflächen auf die Oberschenkel. Und Lilly liebt es!

Omiii hat überhaupt nicht verstanden, wad abging. Mal wieder. Was sie sehen wollte, war ein Vater, der sein Kind nicht im Griff hat und eine Mutter, die nicht für ihr Kind da ist. Warum ich zum Milchabpumpen hochgehen musste, begriff sie null. Fakt war aber: Mein Mann stand mir zur Seite, sang mit unserer Tochter das Abstilllied und ich pumpte ab, um nicht in Ohnmacht zu fallen.

Normal funktioniert das Zusammenleben mit Omiii wirklich gut, aber sie mischt sich viel zu sehr ein. Kommentiert jeden Satz, kontrolliert und bewertet jeden Schritt, den man tut und geht ganz selbstverständlich davon aus, dass wir in unserer Ehe totunglücklich sind. Was definitiv nicht der Fall ist.

Er schnappte sich dann die Kleine und ging mit ihr ins Schlafzimmer, wo er sie beim Einschlafen begleitete, während ich weiter abpumpen konnte.

Wir haben dann einfach irgendwann Plätze getauscht. So wie immer. Ich bin ins Schlafzimmer und Lilly haben wir in ihr Zimmer gelegt, das Licht im Bad angemacht und die Tür zum Kinderzimmer offen gelassen.

Die Nacht war dann erstaunlich gut! Viel ruhiger als sonst. Irgendwann kam unsere Maus zu uns rübergewatschelt und hat sich zu uns gelegt. Busi gab es aber weiterhin keinen. „Du bist ein großes Mädchen. Du brauchst den Busi nicht mehr.“ Hat was von einem Zauberspruch, aber es funktioniert. Wenn ich ihr das sage, legt sie sich ohne Murren wieder hin und schläft weiter. Scheint also zu funktionieren.

Morgens gings dann wieder in die Arbeit. Lilly blieb diesmal Zuhause bei meiner Mutter. In meinem schwarzen Adidas Rucksack liegt jetzt mein MacBook neben der elektischen Milchpumpe. Sicher ist sicher.

By | 2018-05-09T17:09:31+00:00 08. Mai 2018|Daily, Stillen|0 Comments

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