Abstillen Teil 4: Wer bin ich eigentlich ohne das Stillen?

Ich bin so, so fertig. Die Kleine ins Bett zu brinen hat mich Gesternabend wieder einiges an Zeit gekostet. Sie war schon fast weg, aber irgendwas habe ich dann wohl falsch gemacht. Nicht so wie der Papa das sonst macht. Darüber hat sie sich dann so geärgert, dass sie wieder hellwach wurde. Menno! Könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht, haha. Papa war gestern nämlich einen Freund besuchen. Sonst schaut er mit Lilly Ao (Teletubbies – ja, Rabenelternalarm – wo ist die Instamamapolizei?! :D) und danach gibts Einschlafmusik und das klappt meistes ganz gut. Nicht immer.

Nach meinem Busi hat sie an Tag 3 bzw. Abend gar nicht mehr gefragt. Dafür hatte ich höllische Schmerzen. So stell ich es mir nach einer Brust-OP vor, wenn alles hart und geschwollen ist und man schon schreien möchte, wenn man nur daran denkt, dass jemand die Brust berühren KÖNNTE. Da war Kuscheln natürlich ultra schwierig und schmerzhaft für mich. Wobei ich finde, dass sich das Kuscheln durchs Abstillen nochmal intensiviert hat.

Vorher war meine Tochter total Busen-verrückt. Immer gleich auf den Nippel – wirklich schmusen wollte sie eigentlich nicht. Das ist jetzt doch anders, schon nach den ersten 2 – 3 Tagen! Ich finde, sie isst auch wesentlich besser abends ohne vorher Muttermilch bekommen zu haben. Irgendwie logisch, wenn ich mir überlege, dass ich schon 150ml abpumpen muss, nur um meine Brüste zu entlasten. Danach sind sie ja immer noch bis zum Bersten voll. Das heißt, sie hat abends und nachts so viel Muttermilch weggezogen, dass sie auch nicht viel Hunger haben konnte.

Worauf ich hinaus wollte: Gesternabend hat sie sehr gut gegessen. Es gab für uns beide die Restportion der Tagliatelle Bolognese aus dem letzten Post. Lilly steht sowieso überhaupt nicht auf fades Essen. Bei ihr muss es immer gut gewürzt oder exotisch sein.

Nun habe ich ja gestern geschrieben, dass ich bis abends nicht mehr abgepumpt habe. Nachts um 3:30 Uhr hab ich es aber dann doch nicht mehr ausgehalten und habe die üblichen 150ml ein halbes Stündchen lang abgepumpt. Danach habe ich auf der Couch geschlafen. Lilly wurde ein paar Mal wach und hat auch einen ziemlichen Aufstand gemacht und richtig doll gebrüllt. Keine Ahnung warum. Busi wollte sie jedenfalls nicht.

Bin morgens total gerädert aufgewacht. Dachte erst, dass ich mich wegen des Abstillmarathons so schlecht fühle. Aber ich glaube, es liegt an der viel zu kalten Klimaanlage im Pop-Up Store. Das vertrage ich überhaupt nicht. Haben erst nicht gecheckt, dass sie zu kalt eingestellt ist, aber heute wird es sicher wärmer sein :).

What else?! Lilly singt seit ein paar Tagen zu „Happyland“. „Happy, happy, happy.“, singt sie. Das ist sooo süß – da könnte ich heulen vor Glück. Der erste Song, den sie mitsingt …

Achja, und als die Bäckereifachverkäuferin mich vorher fragte, ob ich einen kleinen oder großen Kaffee möchte, musste ich erstmal laut lachen … LOL!

Halte euch auf dem Laufenden :).

PS.: Auf der Suche nach Free Wifi bin ich jetzt nach Feierabend im Kaufhof am Marienplatz gelandet. Kurz vor 19 Uhr. Eigentlich wollte ich euch diesen Post schon morgens hochladen. Das scheitert im Moment an zwei Dingen: Gaaanz schlechtes WLAN und keine Zeit :D. Aber jetzt sitze ich in der Legoabteilung in einem gemütlichen Sessel vor R2D2 und poste, bevor es wieder keinen Empfang gibt. Ist das WWW nicht mittlerweile ein Grundrecht?! Egal. Ich wollte ein PS über meine Trauer dalassen. Am dritten (oder schon vierten?!) Abstill-Abend fühle ich, dass mein Körper kaum Muttermilch nachproduziert hat. Der Spuk ist sicher bald vorbei. Diese Erkenntnis hat mich vorher so hart getroffen, dass ich ganz emotional geworden bin. Innerlich. Beim Kartons schieben. Keine Stillmami zu sein fühlt sich an wie ein sehr, sehr schmerzhafter Verlust. Als müsste ich jemanden oder etwas gehen lassen, das mir sehr wichtig und wertvoll ist. Es ist als würde mich ein tiefes Einsamkeitsgefühl übermannen. Ein bisschen als würde sich ein Stück von mir selbst in Luft auflösen. Schluck. Denn das Stillen war die letzten 18 Monate auch ein Teil meiner Identität. Ohne Kind an der Brust, bleibe ich als leere Hülle zurück und muss mich erstmal neu sortieren. Wer bin ich jetzt?! Und wie finde ich einen neuen Zugang zu meiner Tochter?! Das sind Fragen für deren Antworten ich sicher noch einige Zeit brauchen werde.

By | 2018-05-09T17:14:50+00:00 09. Mai 2018|Daily, Stillen|0 Comments

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