Abstillen Teil 5: Milchstau: Schmerzhafte Milchbeulen in der Brust

Kennt ihr das, wenn ihr intuitiv fühlt, dass etwas richtig für euch ist? Obwohl es weder Sinn macht, noch ihr die Gründe für euer Verhalten wirklich erklären könnt? So ging es mir beim Abstillen. Plötzlich nach 18 Monaten war Ende Gelände. Schluss, aus, vorbei. Ich fühlte: der Zeitpunkt ist gekommen.

Kein endloses Hinausgezögere, kein großes Drama, kein sanftes Abstillen nach Gordon. Einfach vorbei. Von heute auf morgen hörte ich einfach auf zu stillen.

Doch auch wenn der Kopf und das Herz wissen, dass nun ein kalter Entzug ansteht, produziert die Brust trotzdem weiter Muttermilch. Zu blöd! Ehrlicherweise muss ich dazusagen, dass die Brust nach eineinhalb Jahren lang nicht mehr so viel Milch bildet wie am Anfang. Auf lange Sicht gesehen, war es also irgendwie doch ein langsames Entwöhenen mit einem kleinen Sprint zum Ende hin.

Ich wusste natürlich um die Gefahr eines fiesen Milchstaus! Ihr alle habt mir tolle Tipps gegeben, wie ich die Milchbildung schneller stoppen kann. Aber wisst ihr was? Es fühlte sich falsch an. Von den Abstillglobuli wurde mir schlecht und Pfefferminz- sowie Salbeitee bekam ich nicht runter, obwohl ich ein echter Kräuterteefan bin.

Ich musste mich mit meinem seelischen und körperlichen Schmerz auseinandersetzen. Ich brauchte den Prozess, um abzuschließen!

Die ersten 2 Abende musste ich jeweils 150 ml abpumpen, danach bildete sich täglich immer weniger Milch. Nach einer Woche bekam ich jedoch sehr schmerzhafte Milchbeulen, die meinen Busen regelrecht deformierten. Es tat saumäßig weh.

Frau zum Mann: „Milchstau ist wie 10 cm große Eiterpickel am Sack!“ Weißte Bescheid.

Mir wurde geraten die Milch auszustreichen. Aber wieder fühlte ich: Es ist noch nicht soweit. Ich ging an einem warmen, sommerlichen Tag viel spazieren und machte dann eine sanfte Überkopfübung. Der Druck in der rechten Brust wurde so groß, dass die Muttermilch von ganz allein anfing zu sprudeln. Mit sanftem Druck und der Wärme beider Handflächen half ich nach.

Ich weiß ja, dass es mega eklig klingt, aber es war ein bisschen so wie einen riesigen Eiterpickel auszudrücken.

Bei der linken Brust versuchte ich dasselbe, aber sie war noch nicht „reif“. Also ließ ich sie in Ruhe.

Abends legte ich ganz intuitiv die Handflächen auf die betroffenen Stellen an der Brust und ein paar Tropfen konnten sich durch die Wärme schon lösen. Die Stellen, die ich mit der Hand zudeckte wurden richtig heiß, doch das reichte nicht, denn das Druckgefühl wurde immer schmerzhafter.

Also ab in die Badewanne! Die letzten Tage hatte ich 24h lang einen weichen BH an und wollte diesen gar nicht ablegen, da es mir gut tat. Jetzt spürte ich beim Ausziehen, dass meine Brüste schwer waren und weh taten.

Ich blieb eine Weile im warmen Wasser und fing dann an auch die linke Brust mit beiden Händen umschlossen sanft zu „quetschen“. Auch das funktionierte sofort, die Milch sprudelte heraus und nach ca. 30 Minuten waren die Beulen verschwunden. Ausstreichen hatte ich mir viel schmerzhafter vorgestellt. Aber ich glaube, man merkt schon wann und wie es am besten geht.

Danach war die Brust wieder weich. Über die nächsten Tage bildeten sich zwar wieder vereinzelt Milchstauhügelchen, aber alles in allem war die Prozedur und das Ausstreichen erträglich.

Wenn ich allerdings merkte, dass sich die Brust entzündet anfühlte oder ich Gliederschmerzen bekam, nahm ich sofort eine Ibuprofen.

Jetzt, nach knapp eineinhalb Wochen, sind meine Brüste zwar immer noch sehr empfindlich, es hat sich aber keine weitere Muttermilch gebildet. Abstillprozess abgeschlossen. War doch gar nicht so schlimm wie gedacht :).

Evtl. schreibe ich nochmal einen separaten Post mit Tipps zum Ausstreichen.

Ich bin keine Abstillexpertin und möchte euch hier nur einen Einblick in meinen Abstillprozess gewähren!!! Meine Vorgehensweise ist nicht zum Nachahmen geeignet und ihr müsst selbst wissen, was für euch das Beste ist. Im Zweifel kontaktiert eure Hebamme, Arzt oder ein Krankenhaus. Denn mit Brustentzündungen ist nicht zu spaßen!

 

Eure Jananibe

By | 2018-05-19T11:47:45+00:00 19. Mai 2018|Daily, Stillen|0 Comments

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