Darf er das?

Darf er das? – Wenn Frauen zu Müttern werden & ihre Partner Männer bleiben

Spaß haben – darf er das?

Was ich als Frau und Mutter von meinem Mann erwarte, ist klar: Strikter Fokus auf die Familie. Normal! Immerhin SIND wir spätestens mit der Geburt unserer Tochter vom Ehepaar zur schrecklich netten Familie aufgestiegen.

Wenn mein Mann trotz Babypflichten bis zwei Uhr morgens mit seinen Freunden in einer Bar sitzt, frage ich mich also: Darf er das? Und wieso darf ich das nicht, während ER das Baby in den Schlaf schaukelt?

“Mach doch!”, sagt er dann frech grinsend, mein treusorgender Ehemann, in dem Wissen, dass ich als Löwenmama keine Sekunde meiner Auszeit genießen könnte.

Darf mein Mann also aus Solidarität mit mir keinen Spaß mehr haben, nur weil wir jetzt ein Baby haben? Frauen! Die wollen einen mit Haut und Haaren bis nichts mehr übrig bleibt. Tztztz.

Natürlich dürft ihr euren komischen Männerabend noch machen (Flüsterton, hysterisches Kopfschütteln: Nein, dürft ihr nicht!;), aber nett wäre es schon, wenn ihr wenigstens so tun könntet, als müsstet ihr euch lustlos dorthin schleppen.
“Oh, neee, schon wieder Männerabend? Ich wäre so viel lieber bei dir, mein Schatz.” DAS wollen Frauen hören.

Wer sich ein Sternchen verdienen will, sperrt um Punkt zweiundzwanzig Uhr die Haustür auf, mit einer warmen Pizza vom Italiener in den Händen, und sagt: “Ach Schatz, beim Pokerspielen mit den Jungs ist mir mal wieder aufgefallen, wie sehr ich dich liebe und brauche. Deshalb bin ich einfach aufgestanden und nach Hause gefahren. Zu dir, du Liebe meines Lebens.”

Wenn ihr schon besoffen seid, zählt diese Liebeserklärung übrigens nicht! Warum? Dass man euch sowas erklären muss. *Augenroll* Weil’s dann nicht authentisch ist, deshalb.

 

Pflichtaufgaben ablehnen – darf er das?

Kennt ihr das, wenn Männer sich weigern dieses und jenes zu tun? Kackawindeln wechseln, zum Beispiel. Auch da frage ich mich: Hoppla, darf er das? Mir war nicht klar, dass es eine Wahlmöglichkeit gibt, sonst hätte ich vielleicht auch von Anfang an gesagt: “Nö, mach ich nicht, Lilly. Die Windel bleibt dran bis du ausziehst.”

Warum MÜSSEN Mütter, während Väter DÜRFEN, wenn sie WOLLEN?

Das Gleiche mit dem Ausschlafen am Wochenende. Punkt sechs Uhr morgens klingelt der Wecker namens Lilith.

Ich, natürlich SOFORT in Habtachtstellung. “Antreten zum Dienst.” “Jawohl, Kind.” Was macht mein Mann? Dreht sich um, die Sau. Und später behauptet er felsenfest und unschuldig dreinblickend, er hätte nichts gehört. “Ja, sorryyyy, wenn ich es mitbekommen hätte, wäre ich aufgestanden.” Wäre er nicht.

Ich würde auch gern mal wieder ausschlafen – bis um acht. Woran merkst du, dass du Kinder hast? Dass du dir um acht Uhr morgens denkst: Boa, geil, ausgeschlafen! So oder so ähnlich habe ich das mal auf Facebook gelesen. Wer weiß, wie der Spruch richtig geht, DARF mir einen Kommentar hinterlassen. Es sei denn, du bist Mutter, dann MUSST du. Spaaaß, haha.

 

Sich selbst an erster Stelle setzen – darf er das?

Konkrete Ansprüche stellen, darf er das? Tiefe Stimme: “Ich gehe jetzt in den Keller, was arbeiten, fernsehen, unter den Achseln riechen.” Mir egal, geht um’s Prinzip. Während ich frage – hohes Stimmchen: “Schaaatz, ich müsste noch ganz unbedingt, dringend, schnell was erledigen. Wäre das okayyy? Dauert auch nicht lange.”, macht mein Mann einfach was er will. Hallooo? Sind wir hier bei Wünsch-dir-was?

Hier will ich anmerken, dass, als ich erst kürzlich dringend ein Projekt beenden musste am Samstagmorgen, er nach fünfzehn Minuten ins Arbeitszimmer kam und meinte: “Nimm mal die Lilly. Ich muss aufs Klo.” Hä – Darf er das? Prioritäten und so. “Zamzwicken!” Ein fragender Blick. “Ja, aber …”

 

Opfer bringen – muss er das? – und Erwartungen haben – darf sie das?

Opfer bringen – muss er das? Ich sage: Ja! Natürlich müssen Männer auch “Opfer” bringen für die Familie. Und nein, wir sind nicht schon quitt, weil der Sex weniger geworden ist.

Unterstützung beim Großziehen des Kindes erwarten – darf sie das?

Freue mich über männliche & weibliche Meinungen zu dem Thema “Darf er das?” und natürlich über eine rege, nicht allzu ernste, Diskussion.

Eure jananibe

2017-06-14T09:13:08+00:00

9 Comments

  1. Anna 13. Juni 2017 at 13:06 - Reply

    Uhhhh ein ganz spannedes Thema!! Wenn des bei euch so abläuft, kann ich nur sagen: hier siehts ähnlich aus. Manchmal kommt in mir dieses “Und ich?” Ich will auch gerne: Samstags ausschalfen, das Kind einfach mal abgeben wenn mir grad irgendwas einfällt was ich tun wollte (und sei es nur aufs Klo gehen), Anmerken was im Haushalt noch zu tun ist und dann aber nix machen. Mein Mann räumt mir regelmäßig die Möglichkeit ein “Sag doch einfach was.” Mach ich auch (manchmal). Innovativ wäre es aber, wenn er von sich aus Dinge machen/sehen würde Ich frage mich dann: haben die das zu Hause nicht gelernt und hatten da auch immer die Wahl (und am Ende machts die Mama)? Ich kann nicht mehr danach handeln ob ich Bock hab oder nicht. Konnte ich aber vorher auch eher schlecht. Alles Sozialisation?

    Hab letztens mit meiner Oma (89 Jahre) darüber geredet, die meinte: Damals (50er/60er) Jahre war der ganze “Kinderkram” (und der Haushalt sowieso) Frauensache, da hat der Mann keinen Finger gekrümmt und alle haben darauf acht gegeben, dass der Herr Papa seine Ruhe hat wenn er von der Arbeit kommt. Und sie meinte, wie toll sie es fände, dass unsere Männer heutzutage so viel Beziehung zu den Kindern hätten. Also immer eine Frage der Perspektive?

    Da kommt man wohl zu der Frage, ob Männer und Frauen gleich sind oder nicht. Gleichberechtigung? In allen Punkten gleich funktionieren? Oder bereichert uns die Unterschiedlichkeit mehr als das sie uns frustriert oder stört? Ich würde zu letzerem bei uns sagen: Ja.

    LG Anna (zappel.chen)

    • Denise 13. Juni 2017 at 15:45 - Reply

      Ganz ehrlich, diesen Beitrag hätte auch ich schreiben können. Irgendwie spricht es mir total aus der Seele.
      Alles.
      So ist es hier auch und ich freue mich, dass es eben nicht nur bei uns so ist
      Ich bin Vollzeitmutti, ja. Aber manchmal will ich auch einfach mal wieder “Frau” sein und wenn das nicht, dann zumindest alleine zum Klo gehen ohne fragen zu müssen, ob ich darf und ob es okay ist, wenn ER mal eben aufpasst.

      Toller Beitrag! Ich finde mich darin wieder!
      Liebe Grüße, Denise “mein.babymaedchen” 🙂

      • Jana Berger 14. Juni 2017 at 06:53 - Reply

        Liebe Denise, freut mich, dass ich bei dir einen Nerv treffen konnte und dir zeigen konnte, dass diese Art von Konflikt in vielen Haushalten genau gleich abläuft ☺️ LG Jana

    • Jana Berger 14. Juni 2017 at 07:01 - Reply

      Huhu Anna, freu mich dass du dir wieder Zeit für meinen Post genommen hast . Ich stelle mir ähnliche Fragen und finde es schwer das Thema “Gleichberechtigung” korrekt zu beleuchten. Immerhin ist, wie du sagst, alles eine Frage der Perspektive. Männer und Frauen sind eben NICHT gleich – ganz offensichtlich und vielleicht muss man sagen – gottseidank?! Wenn wir Frauen zb schon wissen dass Männer zT ganz anders kommunizieren, wieso passen wir unsere Art der Kommunikation nicht an und erwarten stattdessen im Grunde “Unmögliches” Müssen wir Frauen uns da an die eigene Nase fassen, dass wir gewisse Dinge mit uns machen lassen? Stimmt, “Darf er das?” ist in der Tat ein spannenderes Thema als ich urpsrünglich dachte . LG Jana

  2. Cindy 13. Juni 2017 at 15:51 - Reply

    Ooooooh ja, kenne ich zu gut. Es ist ja wohl nicht zu viel verlangt im Haushalt mal mit zu helfen und nicht das alles an der Frau kleben bleibt. Opfer bringen? Ganz klares ja!! Wir Mütter müssen genauso Opfer bringen, also auch die Väter.

    • Jana Berger 14. Juni 2017 at 06:50 - Reply

      Liebe Cindy, das sehe ich eigentlich ganz genauso. Ich habe aber durch die Diskussion auch gemerkt, dass das Thema doch komplexer ist als gedacht LG Jana

  3. Caro 14. Juni 2017 at 12:40 - Reply

    Hallo du Liebe. ♥
    Da hast du es aber mal so richtig schön getroffen. Bei uns läuft es auch ähnlich, es gibt Tage die laufen gut und es gibt Tage da könnte man meinen ich wäre alleinerziehend mit Mann. Ich denke es wird sich niemals was daran ändern, dass Männer einfach tun und lassen was sie möchten und wir Frauen uns immer Erlaubnis holen, so sind wir leider gestrickt. Ich mache es lieber selbst bevor ich 1000x nachfragen muss und jedes Mal die Antwort bekommen: “Ja, gleich”. Da könnte ich schon an die Decke springen. Thema Windelnwechseln ist bei uns zu 100% so wie bei euch. Da wird sich generell vor gedrückt wo es nur geht.

    Auch schöne Antworten bei dem Streit um genau dieses Thema: “Du musst auch einfach mal was sagen, dann mache ich es auch.” Wir wollen aber nicht immer etwas sagen, wir wollen, dass die Männer auch mal von alleine aufstehen und funktionieren.

    Im ganzen betrachtet ist es aber auch amüsant, dass ich mal wieder nicht alleine mit diesen Problemen bin. Kopf hoch Muttis, wir bleiben stark für unsere Kids und opfern uns gerne auch wenn es manchmal verdammt schwer fällt. ♥

  4. Colette 14. Juni 2017 at 17:19 - Reply

    Oh wie du mir gerade von der Seele schreibst! Sind eigentlich alle Männer gleich? Scheint so zu sein!:-) Bei uns ist das Baby noch unterwegs und ich bin jetzt schon sicher, es wird ganz genau so sein. Wenn ich ihm sage, er soll etwas tun, dann macht er das (mal mürrischer mal weniger mürrisch). Aber selber auf die Idee kommen? NOPE! “Ich liebe dich auch wenn du zickst” ist kein Opfer bringen 😉 meine Oma meint, die sehen so vieles tatsächlich nicht, man soll ihnen das nicht nachtragen. Einfacher gesagt als getan, aber es beruhigt doch schon mal, dass es so vielen Frauen genau so geht und wir uns nicht denn egoistischsten Mann der Welt ausgesucht haben 🙂

    Kompliment an dich Jana, du machst das ganz toll als Mama und bist ein Vorbild für mich geworden! Deine Lilly ist zuckersüss!

  5. Conny 14. Juni 2017 at 20:38 - Reply

    Huhu. Ein ganz toller Beitrag. Ich wünschte ich könnte so toll schreiben Ob du es glaubst oder nicht; bei uns läuft es ganz genauso ab wie bei euch! Lieben Dank aß du es so Preis gibst und ich mich nicht alleine fühle. Je nach Stimmung komme ich mal mehr und mal weniger gut mit dem Verhalten von ihm klar.

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