Ich HATTE Krebs, doch der Krebs hat mich nicht! – Kathy, 29 Jahre, über ihren Kampf gegen den Brustkrebs

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~ Meine Lebensgeschichte~

Mein “normales” Leben als junge Medizinische Fachangestellte vor der Diagnose “Krebs”

Ich heiße Kathy, bin 29 Jahre alt und komme ursprünglich aus der schönen Pfalz. Ich bin Medizinische Fachangestellte und arbeitete bis zu meiner Diagnose mit Leib und Seele in der Notaufnahme eines Krankenhauses, denn es ist meine Leidenschaft anderen Menschen zu helfen. Jeden Tag freute ich mich aufs neue, den Dienst anzutreten, nichtsahnend, was mich am Tag erwarten würde, welche Notfälle kommen, was alles geschieht. Genau das macht meinen Beruf für mich gerade so interessant und unheimlich spannend. Er bietet mir die genau die Herausforderung, die ich für mich selbst brauche.

Im Krankenhaus waren Patienten-Schicksale für mich Berufsalltag

Patienten kommen und gehen, jeden Tag, genau so wie ihre Diagnosen. Es gehört zum Alltag und man vergisst Vieles sehr schnell wieder. Auch Patienten, die sich über Wartezeiten und Ähnliches beschweren fallen eher negativ auf oder man sieht nicht genau hin. Es gibt viele Diagnosen die nach ein paar Tagen oder Wochen vergessen sind. Manche aber bleiben und hinterlassen einfach eine tiefe Leere hinter sich …

Ich wollte mein Leben nochmal neu ordnen, doch dann kam alles anders

Im März 2014 trennte ich mich von meinem damaligen Freund, um für mich einen Cut zu machen und mein Leben neu zu ordnen. Nach einigen Wochen, die ich übergangsweise bei meinen Eltern wohnte, hatte ich auch endlich meine Traumwohnung gefunden und konnte am. 15.07.  dort einziehen.

Aufgrund eines schmerzhaften Lipödemes an beiden Beinen war eine Rehabilitation in der Nähe von Freiburg geplant, dort sollte ich am 05.08.2014 anreisen, doch dann kam alles anders …

2014 bemerkte ich plötzlich einen Knoten in meiner Brust

Am 04.08.2014 tastete ich einen Knoten in meiner rechten Brust. Ich wollte es gar nicht glauben aber er war da, der Knoten, den ich insgeheim immer gefürchtet hatte, er war da, egal von welcher Seite ich tastete. Einen kurzen Moment versuchte ich einfach zu ignorieren, was ich eben gerade gespürt hatte und dachte mir, Knoten? Ich? Niemals!!! Von jetzt auf gleich kann das ja gar nicht sein, das hätte ich sicher früher schon gemerkt. Mir geht es doch gut. Ich fühl’ mich gesund! Dann schoss mir unsere familiäre Brustkrebs-Belastung durch den Kopf. Oma und Tante, beide im Alter von ca. 50 Jahren an Brustkrebs erkrankt. Ich hatte furchtbare Angst. Konnte keinen klaren Gedanken fassen. Durch meinen Beruf kannte ich mich ja schon ein wenig aus. Man tastet den Knoten noch einmal, versucht die Größe zu eruieren, man schaut ob er verschieblich ist, ob es schmerzt. Ich stellte mich vor den Spiegel und verglich das Aussehen meiner Brüste, Arme hoch, Arme runter, Seitenansicht. Ich machte mich regelrecht verrückt und mein Gefühl sagte mir, dass irgendetwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.

Die Ärzte wollten meine Sorgen aufgrund meines jungen Alters nicht ernst nehmen

Ich fuhr trotz allem einen Tag später in der früh nach Hinterzarten zur Reha. Dort kämpfte ich einige Tage damit, von den Ärzten ernst genommen und untersucht zu werden. Die erste Ärztin meinte, dass das aufgrund meines Alters gar nicht sein könne, dass ich einen Tumor habe und dass es bestimmt eine Zyste sei. Dies war mir zu unsicher. Ich beurlaubte mich einen Tag und suchte mir im Internet ein radiologisches Zentrum, das Mammografien durchführte, fuhr dort hin und sagte, dass ich nicht eher nach Hause fahre bis ich eine Untersuchung bekomme. Auch die Ärztin dort sagte mir, ohne mich untersucht zu haben, dass sie keine Mammografie macht, da sie eine Zyste vermutet und nur eine Sonografie (Ultraschall) machen wird. Relativ schnell veränderte sie ihren Gesichtsausdruck und wurde ernst. Sie sagte sie müsse vorsichtshalber doch eine Mammographie durchführen. Ich kommentierte nicht, denn die Angst holte mich ein. Ich sagte nur: “Hatte ich recht?!” Nach der Mammografie rief sie mich ins Besprechungszimmer und ich sah es schon mit einem Blick …

Die Ärztin entschuldigte sich bei mir, sagte dass es ihr leid tue und dass es besser sei, wenn ich die Reha hier abbreche und nach Hause fahre. Sie sah auf den Bildern einen circa 2,9 cm großen Tumor in meiner rechten Brust.

Ich war geschockt! Das war am 12.08.2014

Noch am gleichen Tag packte ich meine Taschen und fuhr wieder nach Hause. Diese Autofahrt war die schlimmste und längste Fährt meines Lebens. Mir ging einfach alles durch den Kopf und ich hatte Angst.

Zuhause musste ich mich direkt um einen Termin in der Uniklinik kümmern. Dort sollten schnellstmöglich Biopsien (Proben, die mittels einer Stanzkanüle entnommen werden) entnommen werden. Diese Stanzbiopsien wurden am 18.08.2014 entnommen, auch hier hieß es dann wieder für mich…. warten!

Diagnose Brustkrebs mit 26 Jahren – nun war ich “nur” ein Patient mit einem alltäglichen, für mich aber grausamen Befund

Am 20.08.2014 erhielt ich dann die definitive Diagnose.

Brustkrebs (Mamma-CA Her2neu3+)

Die sehr einfühlsame (Ironie!) Ärztin rief mich nicht am 19.08. morgens, wie vereinbart an, sondern am 20.08.2014 gegen 14:00 Uhr und warum?!?!?!

Sie hatte vergessen, sich zu melden. Ja hey, dachte ich nur, ist ja nicht so schlimm zu vergessen, jemandem sagen zu wollen, dass er Krebs  hat!!! Sie rief an, sagte mir, dass ich Krebs habe, sie weiter müsse und wünschte mir einen schönen Tag. Gut gelaufen würde ich sagen.

Naja …

Von diesem Moment an änderte sich mein Leben schlagartig. Alles, was für mich und meinen ursprünglich geplanten Neustart wichtig war, trat in den Hintergrund.

Ich war damals 26 Jahre alt.

Brustkrebs - Katharina Drumm - Gastbeitrag - Ultraschall - Ich hatte Krebs doch der Krebs hat mich nicht - Mama Blog München

Ich will Leben! – nach der Diagnose drehte sich alles nur noch um den Kampf gegen den Krebs

Nachdem diese Diagnose fest stand, war eins für mich ganz klar, ICH WILL LEBEN und ich werde ab jetzt alles tun, diesen Krebs in die Flucht zu schlagen.

So begann mein Heldenkampf gegen den Krebs. Ab diesem Tag änderte sich mein Leben. Von heute auf morgen wurde mir alles genommen und alles drehte sich fortan um den Krebs.

Brustkrebs - Katharina Drumm - Gastbeitrag - vorher - nachher - Ich hatte Krebs doch der Krebs hat mich nicht - Mama Blog München

Harte Chemotherapie, Entfernung beider Brüste & künstliche Versetzung in die Wechseljahre

Von September 2014 bis Februar 2015 ließ ich 16 harte Chemoblöcke (Epirubicin, Cyclophosphamat, Paclitaxel und Herceptin) über mich ergehen. Im April 2015 stand dann meine große Operation an, ich traf für mich die Entscheidung, mir statt einer Teilresektion der rechten Brust, beide Brüste komplett entfernen zu lassen und durch eine Rekonstruktion wieder aufbauen zu lassen. Mein Ärzteteam der Uni Heidelberg stand hinter dieser Entscheidung und somit wurde die Operation am 13.04.2015 grandios durchgeführt. Seither bin ich durch Medikamente künstlich in die Wechseljahre versetzt und versuche so gut ich kann mit den Nebenwirkungen zurecht zu kommen. Dies ist allerdings alles andere als leicht und bereitet mir fast jeden Tag Probleme und Schmerzen. Auch körperlich musste ich mich erst einmal wieder langsam trainieren, Kondition und Kraft wieder aufbauen.

Brustkrebs - Katharina Drumm - Gastbeitrag - Haare rasieren - Ich hatte Krebs doch der Krebs hat mich nicht - Mama Blog München

Über diesen Port wurde mir immer die Chemotherapie verabreicht

Über diesen Port wurde mir immer die Chemotherapie verabreicht.

Normaler Berufsalltag nach der Krebs-Therapie – für mich unmöglich

Ein zwischenzeitlicher Versuch, wieder zu arbeiten, scheiterte und warf mich um Welten zurück. Ich dachte, ich könne einfach so weiter machen wie vor meiner Erkrankung, ignorierte die Warnhinweise meines Körpers und muss heute leider sagen: Hätte ich doch nur noch gewartet, auf andere gehört.

Schließlich machte mir meine Psyche einen Strich durch die Rechnung. Ich entwickelte starke Ängste auf die Arbeit zu gehen, weil ich alles mit mir und meiner Krebserkrankung in Verbindung brachte. Der Alltag war für mich eine Qual, ich war alleine, hatte Angst, liebte meinen Körper nicht mehr. All das, was mir täglich immer große Freude bereitet hatte, war plötzlich für mich “das Böse”. Die kranken Menschen, weinende Angehörige, schwer kranke Patienten, die Gerüche, das Krankenhaus, die Geräuschkulisse der Apparate, Kurzhaarfrisuren, nackt sein …

Brustkrebs - Katharina Drumm - Gastbeitrag - Tattoo Narbe - Ich hatte Krebs doch der Krebs hat mich nicht - Mama Blog München

Der Krebs hat mir ein großes Stück meiner Lebensqualität genommen, nicht aber meinen Optimismus

Durch diese Erkrankung wurde mir ein ganz großes Stück meiner Lebensqualität und Freude genommen, auch wenn ich eine Person bin, die immer lacht, steckt hinter der Fassade doch diejenige, die sehr darunter gelitten hat und noch immer tut. Meine Psyche hat heute noch sehr mit dieser Diagnose zu kämpfen, allerdings habe ich sehr gut gelernt, damit umzugehen und dass ich den Krebs nicht mein Leben bestimmen lassen darf, dass dieser nur ein Teil meines Lebens war. Ich habe durch den Krebs mein altes ICH verloren, aber ich habe dem Krebs auch zu verdanken, dass ich heute sagen kann:

ICH BIN EINE HELDIN, habe den Krebs besiegt und komme heute mit meinem neuen, noch stärkeren ICH ins Leben zurück.

ICH BIN WIEDER AM LEBEN!

Der Krebs hat mich zu einer gnadenlosen Optimistin gemacht. Ist man dem Tode einmal nahe, lernt man Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und alles noch einmal zu überdenken.

Erst durch die Krankheit habe ich gelernt, was es heißt, gesund zu sein!

Wie mir eine neue Liebe wieder Lebensmut gab – trotz harter Bewährungsproben

Im November 2016 habe ich meinen Herzmann kennengelernt, dies gab mir unendlich viel Aufschwung und Kraft. Ich wollte wieder weiter kämpfen, eine Zukunft haben, Pläne schmieden. Mit ihm an meiner Seite. So wie Amor wollte, verliebten wir uns und führten für eine Zeit eine Fernbeziehung. Ich in der Pfalz, er in Bayern. 500km zwischen uns. Es war eine Probe, doch das Band zwischen uns war extrem stark. Mittlerweile wohne ich seit Mai 2017 in Bayern, gemeinsam mit meinem Herzmann Martin. Ich schaue weiter nach vorne, habe eine Black Box gemacht mit allem, was mich an meinen Krebs erinnert. Weg gepackt in einer Kiste. Nicht mehr vor Augen, aber dennoch da. Jetzt kämpfe ich weiter für eine Therapie meines Lipödemes und möchte wieder lange Haare haben, damit ich mich wieder wohl fühle, dann kann ich mit meinem Herzmann durchstarten. Ich habe wieder Lebensmut. Auch wenn viele Dinge wie z.B. Kinderwunsch etc. für mich nicht möglich oder ungeklärt sind werde ich niemals aufgeben.

Ich HATTE Krebs,

doch der Krebs hat mich nicht……

Eure Kathy

2018-07-08T17:47:01+00:00

One Comment

  1. Sarah 13. Januar 2018 at 06:19 - Reply

    ♡♡♡♡♡♡

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